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Zielsetzung:

Langzeitarbeitslose werden nachhaltig in den ersten - nicht öffentlich geförderten - Arbeitsmarkt integriert. Kompetenzzuwachs und Stärkung der Mobilität stehen im Mittelpunkt der Arbeit mit den Teilnehmerinnen und Teilnehmern. Teilnehmende, die während der Projektlaufzeit nicht erfolgreich in den ersten Arbeitsmarkt integriert werden können, werden dabei unterstützt, ein im Rahmen des „ESF-Bundesprogramms zur Eingliederung langzeitarbeitsloser Leistungsberechtigter nach dem SGB II auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt“ gefördertes Beschäftigungsverhältnis aufnehmen zu können.

Weitere Zieldefinition:

Zielgruppe:

Männer und Frauen, die 25 Jahre oder älter, erwerbsfähig und beim Jobcenter Dithmarschen als langzeitarbeitslos gemeldet sind. Dazu zählen auch Personen, die eine Beschäftigung oder selbständige Tätigkeit mit einer wöchentlichen Arbeitszeit unter 15 Stunden ausüben. Dabei wird vorausgesetzt, dass sich interessierte Personen freiwillig für die Teilnahme am Projekt entscheiden. Die Projektteilnehmer/innen aus unserer Zielgruppe können in Familien- oder Partner-Gemeinschaft leben, alleinerziehend, mit und ohne Migrationshintergrund, geflüchtete Menschen oder auch Menschen mit gesundheitlichen Beeinträchtigungen sein. Eine Teilnahme am Projekt ist sowohl in Voll- als auch in Teilzeitform und bei besonderem Bedarf in Absprache mit dem JC Dithmarschen zu Projekteinstieg auch stundenweise möglich. Ein Teilziel kann es auch sein, die potenziellen Arbeitszeiten sukzessive zu erhöhen.

Erfahrungen mit der Zielgruppe:

Die Bildung und Qualifizierung Meldorf gGmbH führt seit über 50 Jahren (bis 2005 als Jugendaufbauwerk) in der Region Dithmarschen Maßnahmen und Projekte zur Förderung junger Menschen und Erwachsener, mit und ohne Behinderung in der Berufsvorbereitung, in der beruflichen Erstausbildung durch.

Seit 2005 hat sie ihr Angebotsspektrum auch auf die Gruppe der jungen Erwachsenen und Alleinerziehenden ausgeweitet. Seit 2015 führen wir Qualifizierungslehrgänge im Auftrag der BA, des Jobcenters Dithmarschen und des Landes Schleswig-Holstein für geflüchtete Menschen aller Altersgruppen durch.

Die BQM verfügt über einen großen Erfahrungsschatz mit der Umsetzung von Maßnahmen und Projekten, für die gesamte Zielgruppe:

Innovativer und regionaler Charakter des Projektes/Ausrichtung am regionalen Arbeitsmarkt:

Im Bezirk des Jobcenters Dithmarschen (1.817 qkm) lebten zum Stichtag 26.06.2018  133.684 Menschen, davon waren 8.253 Menschen mit nichtdeutscher Staatsangehörigkeit registriert (5,8%) *Quelle „Handlungskonzept Integration des Kreises Dithmarschen“.

Zu erwarten ist, dass bis 2030 die Bevölkerung in Dithmarschen um rd. 7.385 Personen zurückgeht (-5,6%), wobei im Landesdurchschnitt die Bevölkerung lediglich um 1,4% sinken wird. Die Prognose besagt, dass ohne Flüchtlingszuzug die Gesamtbevölkerung sogar um 11.200 Menschen schrumpft, das wären 8,4%. *Quelle: Statistikamt Nord im Auftrag der Staatskanzlei Schleswig-Holstein, Landesplanung, Annahme der Bevölkerungsberechnung 2015-2030                                                                

Hinzu kommt, dass die Bevölkerung in Dithmarschen zunehmend veraltet. Prognostiziert wird für das Jahr 2030 ein Altersdurchschnitt von 49,3 Jahren (heute 44,9 Jahre). Der Altersquotient, der bei den über 65-Jährigen heute bei 49% liegt, wird bis 2030 auf über 62 % steigen. Demgegenüber wird der Anteil der jungen Menschen unter 18 Jahren von derzeit 17,5 % (im Jahr 2003 war dies noch 20,3 %) bis zum Jahr 2030 auf 15,1% sinken. * Quelle „Wegweiser Kommune –Erhebung der Bertelsmann-Stiftung“

Die Arbeitslosenquote ist im Mai 2019 weiterhin gesunken. So erklärt die Bereichsleiterin der Agentur für Arbeit Laura Ahrens in ihrer Presseerklärung, dass der Arbeitsmarkt sich weiterhin robust darstellt und dass alle Altersgruppen von der sinkenden Arbeitslosigkeit profitieren, allerdings würde es zunehmend schwieriger, die offenen Stellen zu besetzen, da überwiegend Fachkräfte gesucht werden. Diese Faktoren spielen neben Arbeitsmarktstatistiken und den wirtschaftlichen Entwicklungen bei unserer Betrachtung und Beurteilung des regionalen Ausbildungs- und Arbeitsmarktes eine große Rolle, zumal sie auch unsere Argumentationen gegenüber Betrieben untermauern, auch Menschen einzustellen, die zunächst nicht ihren „Idealvorstellungen“ entsprechen, ansonsten werden sie über kurz oder lang große Nachwuchsprobleme haben. Die bisherigen Projekterfolge belegen den guten Zugang unserer Jobcoaches zu den regionalen Betrieben und belegen auch das Vertrauen, das die Betriebe in unsere fachliche und persönliche Förderung der Teilnehmer setzen.

Auch Zuwanderung aus dem Ausland könnte helfen, die Zahl der Erwerbspersonen im Land zu erhöhen. Sprachkenntnisse und berufliche Qualifikation der zuwandernden Menschen sind aber entscheidende Voraussetzungen für eine erfolgreiche Integration in den Arbeitsmarkt. Die BQM konnte bislang im Projektzeitraum 2018 bis Anfang Juni 2019 für 25 Menschen mit ausländischer Staatsangehörigkeit in diesem Landesprojekt einen weiteren Beitrag zur Entwicklung von qualifizierten Erwerbspotenzialen leisten.

Inhalte, projekt- und teilnehmerbezogener Ablaufplan/Methoden:

Mit jedem potenziellen Teilnehmer werden im Vorfeld des Projektes durch die Jobcoaches Termine für Einzelgespräche vereinbart. Ziel dieser Gespräche ist einerseits zu erkennen, ob eine intrinsische Motivation vorhanden ist und andererseits, den potenziellen Teilnehmer über die Möglichkeiten, die das Projekt bietet, zu beraten. Dabei werden wir dem potenziellen Teilnehmer auch eine Führung durch unsere Bereiche und Werkstätten anbieten, so dass dieser auch die Gelegenheit hat, sich ein Bild von den Angeboten zu machen und ggf. auch ein kurzes Gespräch mit anderen Teilnehmern führen kann.

In diesem Erstgespräch stellen sich unsere Jobcoaches als Ansprechpartner für weitere Gespräche vor, so dass bereits vor Beginn der Maßnahme die kontinuierliche Begleitung bekannt ist. Dem potenziellen Teilnehmer wird das Eingangsassessment von zwei Wochen erklärt und dass erst danach eine endgültige Entscheidung über die Teilnahme erfolgen soll und wenn ja, welche Qualifikationsangebote für ihn individuell die geeignetsten wären.

In der ersten zweiwöchigen Projektphase nehmen dann alle an der Umsetzung des Projektes beteiligten Mitarbeiter/-innen eine beratende und aktivierende Rolle für interessierte Teilnehmer/-innen ein und schaffen so die Voraussetzungen, individuelle Fähigkeiten und Kompetenzen in den Gewerken und Dienstleistungsbereichen der BQM abzuklären und in eine eigene Berufswegeplanung münden zu lassen.

In dieser Phase erkennen unsere Projektmitarbeiter/-innen, wer die Bereitschaft zur aktiven Projektteilnahme erkennen lässt, was eine unabdingbare Grundlage für die spätere berufliche Integration bildet. Da es sich nicht um eine klassische „Kompetenzfeststellung“ handelt, gilt es vielmehr, die Stärken der einzelnen Teilnehmer zu erkennen und auch Auskunft über die individuellen Lerntypen zu erhalten. Diese Kenntnis werden wir für die didaktisch/methodische Unterrichtsvorbereitung nutzen.

Auf Basis der individuellen Potenzialanalyse wird mit jedem / jeder Teilnehmenden eine spezifische Aktivierungsstrategie in der Projektplanung entwickelt und über die gesamte Projektverweildauer fortgeschrieben.

Um möglichen Abbrüchen in der Anfangsphase des Projektes entgegenzuwirken, werden wir Maßnahmen ergreifen, dass sich Teilnehmende weder physisch noch psychisch überfordert sehen. In der Steuerungsgruppe mit unseren Partnern beim Jobcenter Dithmarschen sind wir übereingekommen, die Einstiegsbedingungen für unsere Projektteilnehmer noch mehr zu erleichtern, sei es, dass der Einstieg zunächst mit einem geringeren Stundenumfang ermöglicht wird oder dass zu Beginn die fachlichen/körperlichen Anforderungen in unseren Werkstätten reduziert werden. Sowohl die Präsenzzeiten als auch die fachpraktischen Anforderungen werden später sukzessive erhöht. Vermehrt werden in der ersten Projektphase Gruppen- und Kleingruppenaktivitäten angeboten, die dazu führen, dass sich einerseits die Teilnehmer besser kennenlernen und andererseits durch das entstehende Gruppengefüge die durch die Langzeitarbeitslosigkeit häufig bedingte Alltagsisolation durchbrochen wird.

Individuelle Projektphase nach der Potenzialanalyse:

Alle in das Projekt aufgenommenen Teilnehmer/-innen werden ab diesem Zeitpunkt die auf sie zugeschnittenen Module und individuellen Unterstützungsleistungen erfahren, begleitet durch das individuelle Coaching. Individuell werden wir unsere Teilnehmer/innen, die aus ihren Herkunftsländern flüchten mussten, auf die Erwartungshaltungen von Arbeitgebern hin coachen und ggf. Änderungen der persönlichen Einstellungen bewirken.

Mit unseren Unterstützungsleistungen fördern wir für den/die einzelne/n Teilnehmenden den Erwerb von Teilqualifikationen und die Umsetzung bedarfsgerechter Querschnittsthemen.

Menschen mit ausländischen Wurzeln oder Menschen, die mangelnde Grundkenntnisse in den allgemeinbildenden Fächern aufweisen, wird ein zusätzlicher Deutsch- und Mathematikunterricht vorgehalten. Die persönliche Förderung unserer Teilnehmer in Vorbereitung auf eine Arbeitsaufnahme oder eine mögliche Umschulung/-oder Ausbildung beinhaltet auch Querschnittsthemen, wie. z.B. PC-Kenntnisse, Kommunikations- und Bewerbungstraining, interkulturelle Inhalte, Exkursionen, Landeskunde, sportliche Aktivitäten oder gesundheitsorientierte Inhalte.

Besonders achten wir darauf, dass unsere Teilnehmenden immer auf Mobilität hintrainiert werden. So in sozialpädagogischen Trainingseinheiten, im Bewerbungstraining, im Jobcoaching, aber auch bei der Umsetzung von Rechercheprojekten.

So bieten wir den Teilnehmern wahlweise verschiedene Module an, die ihnen den Weg für einen(Wieder)- Einstieg in die Arbeitswelt oder eine Erstausbildung ebnen.

Jeder einzelne, in das Projekt aufgenommene Teilnehmer kann ab der individuellen Projektphase die auf ihn zugeschnittenen Module und individuelle Unterstützungsleistungen erfahren, sei es durch das Durchlaufen eines Werkstattmoduls, durch den Erwerb von EDV-Kenntnissen oder das individuelle Coaching.

Die für die einzelnen Teilnehmer zuständigen Integrationsfachkräfte/Ansprechpartner des Jobcenters Dithmarschen werden über die Betreuungskräfte des Projektes fortlaufend über die Entwicklungen informiert.

Wir führen Gespräche mit Dithmarscher Betrieben, um für kooperierende Partnerschaften zu werben. Bezüglich unserer Zielgruppe der erwachsenen Menschen, die längere Zeit arbeitslos waren und vielseitige Vermittlungshemmnisse aufweisen, werden wir unseren betrieblichen Partnern „gute Argumente“ liefern und sie positiv auf unsere Teilnehmer einstimmen.

 

Projektträger und Kooperationspartner:

Ministerium für Wirtschaft, Verkehr, Arbeit, Technologie und Tourismus des Landes Schleswig-Holstein in Kooperation mit dem Jobcenter Dithmarschen

Finanzierung:

Die Förderung erfolgt im Rahmen des Landesprogramms Arbeit aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds und ergänzenden Mitteln des Landes. Die Zuwendung wird im Rahmen der Projektförderung als Anteilfinanzierung mit Höchstbetragsbegrenzung in Form eines nicht rückzahlbaren Zuschusses gewährt.

Ferner stellt das Jobcenter Dithmarschen Komplementärmittel in Form eines nicht rückzahlbaren Zuschusses zur Verfügung.

Zuwendungsempfänger:

Bildung und Qualifizierung Meldorf gGmbH, Klaus-Groth-Str.6, 25704 Meldorf

Projektstart und -dauer:

  1. Januar 2020, befristet bis 31. Dezember 2021

Projektzugang und Teilnehmerplätze:

Weiterführende Informationen:

Bildung und Qualifizierung Meldorf gGmbH, Axel Rausch, Tel.04832-9504-11

 

zum Landesprogramm Arbeit

 

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